Wenn Sie im Alltag Unterstützung benötigen, stehen Ihnen verschiedene Angebote zur Verfügung, die das Leben zu Hause erleichtern können. Grundlage hierfür ist die Angebotsverordnung Nordrhein-Westfalen (AnFöVO). Sie regelt sogenannte niederschwellige Unterstützungsangebote, die älteren Menschen und Pflegebedürftigen helfen, ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten.
Dazu zählen beispielsweise Hilfe beim Einkaufen, Unterstützung im Haushalt, Begleitung zu Terminen oder einfache Betreuungsangebote zu Hause – etwa Gesellschaft leisten, gemeinsam lesen, spazieren gehen oder kleine Tätigkeiten miteinander erledigen.
Diese Angebote dienen dazu, die Selbstständigkeit zu fördern, soziale Kontakte zu erhalten und pflegende Angehörige zu entlasten. Wichtig ist: Es handelt sich nicht um Pflegeleistungen im engeren Sinne, sondern um alltagsunterstützende Hilfen. Bei Vorliegen eines Pflegegrades können die Kosten in der Regel über die Pflegekasse (z. B. über den Entlastungsbetrag) abgerechnet werden.
Was sind Unterstützungsangebote im Alltag?
Unterstützungsangebote im Alltag helfen pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen dabei, den Alltag zu erleichtern – durch Betreuung, praktische Haushaltshilfen und individuelle Begleitung, um Selbstständigkeit und Entlastung zu fördern.
Typische Beispiele für Unterstützungsangebote im Alltag
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Haushalt | Unterstützung beim Putzen, Waschen, Einkaufen |
| Begleitung | Hilfe bei Arztbesuchen, Behördengängen, Spaziergängen |
| Betreuung | Gespräche, Spiele, kleine Beschäftigungen zuhause |
| Gesellschaft | Vorlesen, gemeinsam Kaffee trinken, Zuhören |
| Entlastung | Hilfe für pflegende Angehörige – Zeit zum Durchatmen |
Wie werden diese Hilfen finanziert?
Wenn Sie pflegebedürftig sind, können Sie viele dieser anerkannten Hilfsangebote nutzen – und die Kosten über Ihre Pflegekasse abrechnen.
Seit 2017 steht Ihnen dafür ein sogenannter Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat zur Verfügung.
Außerdem besteht ab Pflegegrad 2 die Möglichkeit, bis zu 40 Prozent der ambulanten Pflegesachleistungen umzuwandeln, um zusätzliche Alltagshilfen zu finanzieren.
Lassen Sie sich dazu am besten direkt von Ihrer Pflegekasse beraten – dort erfahren Sie genau, was Ihnen zusteht und wie die Abrechnung funktioniert.
Wer bietet diese Hilfen an?
In Mülheim an der Ruhr gibt es viele verschiedene Anbieter, die Sie im Alltag unterstützen können. Das können zum Beispiel qualifizierte Einzelpersonen, Betreuungsgruppen oder soziale Einrichtungen sein.
Wichtig ist: Nur anerkannte Anbieter dürfen über die Pflegekasse abrechnen. Sie müssen bestimmte Voraussetzungen der „Verordnung zur Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag“ (AnFöVO NRW) erfüllen – etwa eine fachliche Qualifikation, Zuverlässigkeit und feste Qualitätsstandards.
Eine Übersicht der anerkannten Anbieter in Ihrer Nähe finden Sie ganz einfach online im „Angebotsfinder NRW“. Dort können Sie gezielt nach Angeboten in Mülheim suchen – nach Postleitzahl, Art der Unterstützung oder Anbietername.
Wo bekomme ich persönliche Beratung und Unterstützung?
Bei Fragen zur Auswahl eines passenden Angebots oder zur Antragstellung helfen Ihnen die Senior*innenberatung der Stadt Mülheim und der Pflegestützpunkt weiter. Dort erhalten Sie persönliche Unterstützung, verständliche Informationen und Hilfe beim Ausfüllen der nötigen Unterlagen – einfach, direkt und unbürokratisch.