11. Juni 2026

Mülheim sucht Klimaaktivisten - Ausbildungsinitiative geht erfolgreich in die zweite Runde

Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr setzt die Stadt Mülheim an der Ruhr ihre Ausbildungsinitiative „Wir suchen Klimaaktivisten – Werde aktiv im Klimahandwerk“ auch 2026 fort. Gemeinsam mit Schulen, Handwerksbetrieben, Innungen und der Bezirksschülervertretung bringt die Stadt erneut Jugendliche mit den klimarelevanten Handwerksberufen zusammen und zeigt ihnen, wie sie aktiv an der Energiewende und dem Klimaschutz mitwirken können.

Die Initiative verfolgt das Ziel, junge Menschen frühzeitig für handwerkliche Ausbildungsberufe zu begeistern und gleichzeitig dem zunehmenden Fachkräftemangel in den für den Klimaschutz besonders wichtigen Gewerken entgegenzuwirken. Angesichts der Herausforderungen durch die Wärmewende, energetische Sanierungen, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Modernisierung von Gebäuden werden qualifizierte Fachkräfte dringender benötigt denn je.

Klimaschutz braucht Fachkräfte

Klimaschutz findet nicht nur auf internationalen Konferenzen statt – er wird täglich vor Ort umgesetzt. Ob bei der Installation von Photovoltaikanlagen, der Modernisierung von Heizungsanlagen, der energetischen Gebäudesanierung oder dem nachhaltigen Holzbau: Handwerkerinnen und Handwerker leisten einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen der Klimaziele.

„Die Energiewende gelingt nur mit gut ausgebildeten Fachkräften“, erklärt Felix Wingold von der Stadt Mülheim an der Ruhr. „Deshalb möchten wir jungen Menschen zeigen, dass sie mit einer Ausbildung im Handwerk nicht nur hervorragende berufliche Perspektiven haben, sondern gleichzeitig aktiv zum Klimaschutz beitragen können.“

Ausbildungsoffensive-Handwerk-klimarelevante-Gewerke
© Helena Grebe | Stadt Mülheim an der Ruhr

Direkter Austausch auf Augenhöhe

Den Auftakt der diesjährigen Initiative bildeten Informationsveranstaltungen an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule und der Realschule Mellinghofer Straße. Dort erhielten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, mit Auszubildenden, Gesellinnen und Gesellen sowie Meisterinnen und Meistern aus verschiedenen Handwerksberufen ins Gespräch zu kommen.

In moderierten Gesprächsrunden berichteten die Handwerkerinnen und Handwerker aus ihrem Berufsalltag, erzählten von ihren persönlichen Karrierewegen und beantworteten Fragen rund um Ausbildung, Verdienstmöglichkeiten, Zukunftsperspektiven und Arbeitsalltag. Besonders wichtig war dabei der authentische Austausch auf Augenhöhe, der den Jugendlichen realistische Einblicke in die Berufswelt ermöglichte.

Handwerk erleben statt nur darüber sprechen

Ein besonderer Höhepunkt war erneut der praktische Aktionstag in der Alten Dreherei. Hier konnten die Jugendlichen selbst aktiv werden und typische Tätigkeiten verschiedener Gewerke ausprobieren.

Unter fachkundiger Anleitung wurden beispielsweise elektrische Installationen getestet, Dämmmaterialien verarbeitet, Holz bearbeitet, Dacharbeiten simuliert oder Komponenten von Photovoltaikanlagen montiert. Die praxisnahen Mitmachstationen vermittelten nicht nur technisches Wissen, sondern machten auch deutlich, wie vielseitig, modern und innovativ das heutige Handwerk ist.

Viele Teilnehmende zeigten sich überrascht von den technischen Möglichkeiten und den vielfältigen Karrierechancen innerhalb der einzelnen Gewerke.

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© Helena Grebe | Stadt Mülheim an der Ruhr

Die Ausbildungsinitiative wird von einem breiten Bündnis getragen. Neben der Stadt Mülheim an der Ruhr engagieren sich die Bezirksschülervertretung, die Dachdecker- und Zimmerer-Innung, die Elektro-Innung, die Maler- und Lackierer-Innung, die Tischler-Innung sowie die Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Ruhr-West.

Durch die enge Zusammenarbeit von Schulen, Handwerk und Stadtverwaltung entsteht ein Netzwerk, das Jugendliche frühzeitig bei ihrer Berufsorientierung unterstützt und gleichzeitig die regionale Wirtschaft stärkt.

Die aktive Einbindung der Bezirksschülervertretung sorgt dabei dafür, dass die Angebote zielgruppengerecht gestaltet werden und die Interessen der Jugendlichen direkt berücksichtigt werden.

Positive Resonanz und konkrete Perspektiven

Die Rückmeldungen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Betriebe fallen erneut positiv aus. Viele Jugendliche berichteten, erstmals konkrete Vorstellungen von den Berufen im Klimahandwerk erhalten zu haben. Einige nutzten die Gelegenheit bereits für weiterführende Praktika oder erste Kontakte zu Ausbildungsbetrieben.

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmenden ein Zertifikat über ihre Teilnahme an der Initiative. Dieses dokumentiert ihr Engagement und kann bei zukünftigen Bewerbungen als Nachweis der Berufsorientierung genutzt werden.

Fortsetzung bereits geplant

Aufgrund des großen Erfolgs plant die Stadt Mülheim an der Ruhr, die Initiative in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Ziel ist es, noch mehr Schulen und Betriebe einzubinden und noch mehr Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, die Zukunftsberufe des Klimahandwerks kennenzulernen.

Die Ausbildungsinitiative ist Bestandteil des Integrierten Klimaschutzkonzepts der Stadt Mülheim an der Ruhr und leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung, zur regionalen Wirtschaftsentwicklung und zur Umsetzung der kommunalen Klimaschutzziele.

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