Mit einer Gedenkstunde auf dem Jüdischen Friedhof an der Gracht haben die Stadt Mülheim an der Ruhr und die Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen am Dienstag, 27. Januar 2026, der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Anlass war der 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Alliierten am 27. Januar 1945.
Oberbürgermeister Marc Buchholz eröffnete die Gedenkveranstaltung mit einer Ansprache, in der er an das unermessliche Leid der Opfer erinnerte und die Verantwortung betonte, die Erinnerung wachzuhalten.
Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule wirkten ebenfalls an der Gedenkstunde mit. Die Jugendlichen hatten sich im Vorfeld intensiv mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandergesetzt und im Stadtarchiv mit Briefen und Zeitzeugenberichten aus der Sammlung Bennertz gearbeitet. In ihren Beiträgen schilderten sie verschiedene Lebensgeschichten - unter anderem die von Alfred Cohn, der das Konzentrationslager Auschwitz überlebte und später in Tel Aviv lebte.
Darüber hinaus stellten die Schülerinnen und Schüler die Familie Jägers vor und setzten sich in einem persönlichen Redebeitrag mit der Bedeutung von „#niewieder“ auseinander. Sie machten deutlich, was dieser Anspruch für sie als junge Menschen heute bedeutet und welche Verantwortung sie für eine demokratische und offene Gesellschaft sehen.
Anschließend hielt der Rabbiner ein Totengebet. Darauf folgte das stille Gedenken am Mahnmal.
Anlässlich dessen ist der Rathausturm am heutigen Tag mit der Trauerbeflaggung versehen.