Mülheims Oberbürgermeister Marc Buchholz hat zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zum diesjährigen Arbeitnehmerempfang eingeladen. Die Veranstaltung fand im Caritaszentrum St. Raphael und - wie gewohnt - kurz vor dem 1. Mai statt.
„Ihr Kommen ist ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt und die Solidarität in Mülheim“, begrüßte Oberbürgermeister Marc Buchholz die Gäste zu Beginn der Veranstaltung.
In seiner Ansprache ging Buchholz sowohl auf positive Entwicklungen als auch auf aktuelle Herausforderungen ein. Als wichtiges Signal für die kommunalpolitische Stabilität hob er hervor, dass CDU und SPD in Mülheim an der Ruhr einen Koalitionsvertrag für die kommenden fünf Jahre geschlossen haben. Dies biete eine stabile Basis, um wichtige kommunale Herausforderungen in den kommenden Jahren gemeinsam anzugehen.
Gleichzeitig verschwieg der Oberbürgermeister nicht die schwierigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Mit Blick auf die aktuelle Situation bei Aldi Süd und die Freistellung von rund 1.400 Beschäftigten fand er deutliche Worte: „Der diesjährige Slogan des DGB für den 1. Mai – ‚Erst unsere Jobs, dann Eure Profite‘ – passt wie kein anderer auf die Situation.“
Neben diesen Herausforderungen gebe es jedoch auch Anlass zur Zuversicht. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent weist Mülheim an der Ruhr weiterhin eine der niedrigsten Quoten im gesamten Ruhrgebiet auf. Dies sei ein Beleg dafür, dass sich die gemeinsamen Anstrengungen von Stadt, Wirtschaft und Sozialpartnern auszahlen.
Für den Deutschen Gewerkschaftsbund sprach in diesem Jahr die Gewerkschaftssekretärin Suzann Dräther, die die Vorsitzende Katrin Schledorn vertrat. In ihrer Rede machte sie deutlich, dass die aktuellen Herausforderungen der Arbeitswelt differenzierte Antworten erfordern. Dabei stand insbesondere die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen Arbeit heute geleistet wird und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit Beschäftigung existenzsichernd und attraktiv bleibt.
Sie betonte, dass Menschen grundsätzlich bereit sind zu arbeiten, jedoch faire Löhne, verlässliche Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit entscheidend dafür sind, dass Arbeit sich auch lohnt. Zudem rückte sie die Lebensrealität vieler Beschäftigter in den Fokus: Teilzeitarbeit sei in vielen Fällen keine freiwillige Entscheidung, sondern entstehe aus der Notwendigkeit heraus, Kinder zu betreuen oder pflegebedürftige Angehörige zu versorgen.
Mit Blick auf den bevorstehenden 1. Mai wurde zudem auf die bundesweiten Aktionen des DGB hingewiesen, die in diesem Jahr unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ stehen und die Bedeutung guter Arbeitsbedingungen und sozialer Gerechtigkeit unterstreichen und der ebenfalls Ministerpräsident Hendrik Wüst beiwohnen wird.
Unter den Gästen des Arbeitnehmerempfangs befanden sich auch der Bundestagsabgeordnete Sebastian Fiedler sowie der Landtagsabgeordnete Rodion Bakum, die gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gewerkschaften den Austausch suchten.
Im Anschluss an die Redebeiträge nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zu Gesprächen und einem regen Austausch in angenehmer Atmosphäre.