Rückblick auf 10 Jahre Innenstadtentwicklung – 2016 bis 2026
Die Mülheimer Innenstadt hat sich in den vergangenen zehn Jahren sichtbar verändert. Grundlage dieser Entwicklung war das Integrierte Innenstadtkonzept, das als strategischer Fahrplan für Projekte, Investitionen und Fördermaßnahmen diente. Der Rückblick auf die Jahre 2016 bis 2026 markiert dabei keinen Anfang und kein Ende der Innenstadtentwicklung, sondern einen geeigneten Zeitpunkt, um Ergebnisse und Entwicklungen eines wichtigen Abschnitts der kontinuierlichen Stadtentwicklungsarbeit sichtbar zu machen. Die Entwicklung der Innenstadt ist eine dauerhafte Aufgabe, die bereits vor 2016 hohe Priorität hatte und auch über das Jahr 2026 hinaus konsequent fortgeführt wird. Ziel war und ist es, die Innenstadt als lebendigen, vielfältigen und zukunftsfähigen Mittelpunkt der Stadt weiterzuentwickeln.
Zehn Jahre Innenstadtentwicklung zeigen: Mit gezielter Förderung und engagierten Akteur*innen vor Ort konnte die Mülheimer Innenstadt nachhaltig gestärkt werden. Die umgesetzten Projekte haben das Stadtbild verbessert, neue Aufenthaltsqualitäten geschaffen und wichtige Impulse für Handel, Gastronomie und gesellschaftliches Leben gesetzt.
Städtebauförderung als Basis
Seit der Aufnahme der Innenstadt in die Förderkulisse der Städtebauförderung im Jahr 2014 konnten zahlreiche Maßnahmen geplant und umgesetzt werden. Insgesamt wurden in einer ersten Förderperiode bis 2018 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 16,9 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Der Großteil der Finanzierung (bis 2017: 70% – ab 2018: 80 %) erfolgte über Städtebaufördermittel von Bund und Land, ergänzt durch Eigenmittel der Stadt Mülheim an der Ruhr.
Das Integrierte Innenstadtkonzept wurde zwischen 2018 und 2020 fortgeschrieben, mit neuen Maßnahmen weiterentwickelt und es wurden in einer zweiten Förderperiode 2021 bis 2026 weitere Fördermittel für die Innenstadt beantragt.
Zentrale Projekte im Überblick
Auf Grundlage des Innenstadtkonzeptes konnten zahlreiche Einzelmaßnahmen realisiert werden – darunter die Neugestaltung von Plätzen, wie dem Platz an der Dröppelminna oder dem nördlichen Bahnhofsvorplatz sowie infrastrukturelle Verbesserungen, wie die Entwicklung des Radschnellwegs RS 1 auf dem Bahnviadukt und die Umgestaltung der Leineweberstraße und der kleinen Schloßstraße.
Ein bedeutendes Projekt für die Innenstadt ist die Umgestaltung des Rathausmarktes. Nachdem zunächst 2016 der vordere Bereich neugestaltet und die technische Infrastruktur erneuert wurde, folgt nun 2026 die Aufwertung des gesamten Platzes mit einem neuen Platzhaus, Begrünung und Wasserfontänenfeld.
Auch die neue Überdachung der U-Bahn-Haltestelle am Hauptbahnhof befindet sich 2026 in der baulichen Umsetzung. Mit einer neuen luftigen Dachkonstruktion wird der zentrale Verkehrsknotenpunkt funktional und sicherheitstechnisch gestärkt.
Beratung und Mitwirkungsmöglichkeiten –
Team Innenstadt
Das Team Innenstadt hat die Mülheimer Innenstadt in zwei Phasen (2016 bis 2018 sowie 2023 bis 2025) begleitet und die Umsetzung des Integrierten Innenstadtkonzepts unterstützt. Neben der Information über die Umgestaltungsmaßnahmen lag der Schwerpunkt auf der Beratung zu Mitwirkungs- und Fördermöglichkeiten sowie auf der Vernetzung der Akteur*innen vor Ort.
Über die Förderinstrumente „Hof- und Fassadenprogramm“, „Bürgermitwirkungsbudget“ und „Projektfonds“ flossen in beiden Projektzeiträumen insgesamt knapp 1,3 Mio. Euro Fördermittel in die Innenstadt. Mehr als 80 Gebäude und Höfe sowie 84 kreative Bürgerprojekte konnten damit realisiert werden.
Die Ergebnisse zeigen: Gemeinsam mit Eigentümer*innen, Bürger*innen und Initiativen wurde die Innenstadt verschönert, neue Gestaltungsmöglichkeiten geschaffen und das Stadtleben vielfältig weiterentwickelt.
Impulse für Wandel und Vernetzung – Citymanagement
Ein zentraler Baustein der Innenstadtentwicklung ist das Citymanagement, das seit 2017 mit einem erweiterten Fokus auf die Förderung eines vielfältigen und lebendigen Innenstadtlebens die zahlreichen Innenstadtakteur*innen miteinander koordiniert, Branchenstrukturen analysiert und ein aktives Leerstandsmanagement betreibt. Während der Schwerpunkt in vorheriger Verantwortung stärker auf dem Veranstaltungsmanagement lag, richtet sich die Arbeit seit 2017 zusätzlich auf die strategische Begleitung von Ansiedlungen, Immobilienfragen und die Vernetzung aller für die Innenstadt relevanten Akteur*innen. Dabei gestaltet das Citymanagement Prozesse des Strukturwandels mit, fördert die Anpassung an neue Anforderungen und setzt Impulse für ein attraktives und lebendiges Stadtleben.
Belebung und Entwicklung im Wallviertel
Ergänzend zur klassischen Städtebauförderung setzte die Stadt auf innovative Programme zur Belebung einzelner Quartiere. Mit dem Projekt „EG Neu – Dein Quartal für Dein Quartier“ im Rahmen des Sofortprogramms des Landes zur Stärkung der Innenstädte und Zentren, wurden leerstehende Ladenlokale im Wallviertel temporär angemietet und zu vergünstigten Konditionen an hauptsächlich Gründer*innen weitergegeben. So konnten neue Nutzungsideen erprobt, Angebotsstrukturen ergänzt und die Attraktivität des Viertels nachhaltig gestärkt werden, was sich zum Beispiel in einer niedrigen Leerstandsquote und einer aktiven Nachbarschaft ausdrückt.
Veranstaltungen und Quartiersleben –
„Schön hier!“
Neben den baulichen Maßnahmen und der Ansiedlung von neuen Gewerbetreibenden spielt auch die Aktivierung gemeinschaftlichen Engagements eine wichtige Rolle. Mit dem Veranstaltungsformat „Schön hier!“ hat sich seit 2021 ein regelmäßig stattfindendes, gemeinschaftlich getragenes Stadtfest im Wallviertel etabliert. In den Sommermonaten laden Gewerbetreibende, Initiativen und Vereine zu Aktionen und Begegnungen ein. Das Format hat sich stetig weiterentwickelt, bezieht inzwischen auch die Altstadt mit ein und erweckt regionale Aufmerksamkeit.
Überblick der umgesetzten Maßnahmen
Die nachstehende Karte gibt einen Überblick über die im Zeitraum 2016 bis 2026 umgesetzten Maßnahmen der Innenstadtentwicklung. Sie verortet die Projekte innerhalb der Gebietskulisse des integrierten Innenstadtkonzeptes und verdeutlicht deren räumliche Verteilung im Fördergebiet.
Das Innenstadtmanagement war gebietsübergreifend tätig und unterstützte die Umsetzung zahlreicher weiterer bürgerschaftlich getragener Projekte im Fördergebiet.
Die Einzelmaßnahmen im Detail
Die nachfolgende Projektübersicht stellt die einzelnen Maßnahmen detailliert vor. Durch Anklicken der Projektbeschreibungen erhalten Sie weiterführende Informationen, Bildmaterial und Downloads zu den jeweiligen Maßnahmen.
Umgestaltung der Ruhranlage
Leineweberstraße
Platz an der Dröppelminna
Radweg Rheinische Bahn – RS 1
Nördlicher Bahnhofsvorplatz
Stadtquartier Schloßstraße
Rathausmarkt
Wallviertel – EG neu
Neue Überdachung am Hauptbahnhof
Innenstadtmanagement & Förderangebote
Kleine Schloßstraße
Hof- und Fassadenprogramm
Mit dem Hof- und Fassadenprogramm konnten Eigentümer*innen gestalterische Maßnahmen an Fassaden und Innenhöfen mit bis zu 40 % fördern lassen. In beiden Förderperioden wurden insgesamt 86 Maßnahmen umgesetzt und mit rund 1.055.000 € Fördermitteln unterstützt. So konnten zahlreiche Bereiche der Innenstadt sichtbar aufgewertet sowie Anreize für Sanierung und Modernisierung privater Gebäude geschaffen werden.
Bürgermitwirkungsbudget
Das Bürgermitwirkungsbudget unterstützte bürgerschaftliches Engagement in der Innenstadt mit einer 100 %-Förderung. Dadurch konnten in beiden Förderperioden insgesamt 63 Projekte mit rund 208.000 € Fördermitteln umgesetzt werden. Von kreativen Aktionen über Nachbarschaftsprojekte bis hin zu Festen und Veranstaltungen trug das Programm dazu bei, die Innenstadt lebendig zu gestalten und das Miteinander vor Ort zu stärken.
Projektfonds
Der Projektfonds unterstützte private Investitionen zur Aufwertung des öffentlichen Raums mit einer Förderung von bis zu 50 % der Kosten. Gefördert wurden kleinteilige, lokale und nicht kommerzielle Maßnahmen – beispielsweise Straßenmöblierung, Spielgeräte, Begrünungsaktionen oder kreative Gestaltungen im Stadtbild. In beiden Förderperioden konnten insgesamt 21 Maßnahmen mit knapp 30.000 € Fördermitteln umgesetzt werden. So wurde die Innenstadt gemeinsam mit Einzelhändler*innen, Eigentümer*innen und weiteren Akteur*innen sichtbar verschönert und belebt.
Pastor-Jakobs-Straße
Wertgasse
Inszenierung der Innenstadteingänge