Am 4. Mai 2026 fand im Haus der Stadtgeschichte ein gemeinsamer Festakt der Stadt Mülheim an der Ruhr und der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen statt. Unter dem Motto „Hommage an die jüdische Vergangenheit in Mülheim an der Ruhr“ kamen viele geschichtsinteressierte Gäste sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung und Politik zusammen.
Im Mittelpunkt stand eine kunstvoll gestaltete Urkunde aus dem Jahr 1897, die die Jüdische Gemeinde kürzlich erworben hat. Sie wurde zur Goldenen Hochzeit von Gustav Hanau sowie zu seinem 50-jährigen Jubiläum als Vorsitzender des Vorstandes der Synagogen-Gemeinde angefertigt und überreicht.
Gustav Hanau war eine prägende Persönlichkeit in Mülheim an der Ruhr. Er engagierte sich über viele Jahre in der jüdischen Gemeinde und war zudem von 1878 bis 1881 und von 1884 bis 1891 Präsident der Handelskammer Mülheim an der Ruhr. Damit spielte er auch über die Gemeinde hinaus eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben der Stadt.
Oberbürgermeister Marc Buchholz begrüßte die Gäste und bedankte sich besonders bei der Jüdischen Gemeinde für die gute Zusammenarbeit und dafür, dass die Öffentlichkeit an der Urkunde teilhaben kann.
Auch Gerd Kleemeyer richtete ein Grußwort an die Anwesenden. In diesem Zusammenhang wurde im Archiv der Industrie- und Handelskammer nach Spuren von Gustav Hanau gesucht. Dabei zeigten sich Parallelen zwischen seiner damaligen Tätigkeit und der heutigen Rolle eines IHK-Präsidenten. Außerdem wurde auf einen Bericht aus dem Jahr 1875 verwiesen, in dem Hanau bereits erwähnt wird.
Der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde, Alexander Drehmann, dankte den Anwesenden. Anschließend ordnete Patrick Böhm vom Stadtarchiv die Urkunde historisch ein und erklärte ihre Bedeutung für die Stadtgeschichte.
Für die musikalische Begleitung sorgte Albert Mamriev am Klavier. Mit klassischen Stücken, darunter das „Rondo Alla Turca“ von Wolfgang Amadeus Mozart, schuf er eine passende Atmosphäre.
Nach dem offiziellen Teil kamen viele Gäste im Foyer zusammen. Bei koscheren Speisen gab es einen regen Austausch, und die Urkunde wurde von vielen noch einmal aus der Nähe betrachtet.
Im Anschluss an die Veranstaltung wurde die Urkunde zur Restaurierung an das Stadtarchiv übergeben.