Die hohen Bodenpreise in Mülheim an der Ruhr sind wie zu erwarten 2025 stabil geblieben. Bei den bebauten Objekten sind die Kaufpreise seit dem Rückgang in den letzten beiden Jahren wieder leicht gestiegen.
Der Gutachterausschuss erhält per Gesetz alle abgeschlossenen Kaufverträge des Stadtgebietes und wertet damit die tatsächlichen Kaufpreise aus. Damit unterscheiden sich die Auswertungen des Gutachterausschusses von den Angebotspreisauswertungen der Immobilienportale.
Nach Auswertung aller Immobilien- und Grundstückskaufverträge des Jahres 2025 hat der Gutachter-ausschuss für Grundstückswerte in seiner Sitzung vom 19. Februar 2026 folgende Bilanz gezogen: Für das Jahr 2025 sind insgesamt 1.286 Kauffälle für bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Wohnungs- und Teileigentum registriert worden. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 mit 1.173 Kauffällen ist die Zahl der Verträge um rund 10 Prozent gestiegen. Im Vorjahr war die Anzahl der Kaufverträge um etwa 7 Prozent gestiegen.
Eine Untersuchung der verschiedenen Immobilienteilmärkte ergibt folgendes Bild:
Unbebaute Baugrundstücke
Die Anzahl der verkauften unbebauten Baugrundstücke für Ein-/Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt (33 Bauplatzverkäufe in 2024 auf 68 Fälle in 2025). Wie schon in den Jahren zuvor, werden Baugrundstücke oftmals durch Teilung von großen Grundstücken geschaffen oder es werden bebaute Grundstücke gekauft, die dann durch einen Abbruch einen Neubau ermöglichen. So kamen bei den selbstgenutzten Objekten (Ein-/Zweifamilienhäuser) rund 55 Prozent und bei den Renditeobjekten (Mehrfamilienhäuser) etwa 73 Prozent aller Kaufverträge durch Abbrüche im Teilmarkt „Unbebaut Wohnbauland“ zu Stande. Meist sanierungsbedürftige und energetisch problematische Häuser weichen zugunsten moderner Neubauten, die das Grundstück besser ausnutzen. Damit heißt Neubau in Mülheim nicht immer automatisch zusätzliche Flächenversiegelung.
Bodenrichtwerte bleiben auf hohem Niveau stabil:
Bei den untersuchten Kaufpreisen aus 2025 für unbebaute Grundstücke ist festzustellen, dass im Mülheimer Stadtgebiet die Bodenrichtwerte ihr Preisniveau halten. Die neuen Bodenrichtwerte zum Stand 1. Januar 2026 sind im Internet unter www.boris.nrw.de kostenfrei einzusehen.
Bebaute Grundstücke
Die Gesamtanzahl der Kauffälle von bebauten Grundstücken ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 12 Prozent gestiegen (519 Kauffälle in 2024 gegenüber 580 Fällen in 2025). Im Einzelnen sind die Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern um 9 Prozent und die Verkäufe im Geschosswohnungsbau um 24 Prozent gestiegen. Drückte noch 2023 und 2024 die allgemeine Wirtschaftslage und Kreditzinsentwicklung auf die Kaufpreise der bebauten Objekte, so konnte für 2025 eine positive Preisentwicklung von bis zu 10 Prozent festgestellt werden.
„Die in den letzten zwei Jahren gesunkenen Kaufpreise im Bereich der freistehenden Ein-/ Zweifamilienhäuser und der Doppelhaushälften sind nun wieder gestiegen und bewegen sich wieder auf das Niveau von 2022 zu. Grundstücke sind weiter eine „Bank“! “, so der Vorsitzende des Gutachterausschusses Matthias Lincke.
2025 war wieder ein schwieriges Jahr für den Neubau:
In 2022 war bei neuerstellten, schüsselfertigen Einfamilienhäusern (siehe nachfolgende Grafik) die Anzahl der veräußerten Objekte um rund 90 Prozent auf nur 7 Objekte gefallen und in 2023 um weitere 71 Prozent auf nur zwei Objekte. In 2024 stieg die Anzahl wieder und zwar um 150 Prozent, dies entspricht aber gerade einmal 5 neuen schlüsselfertigen Einfamilienhäusern. In 2025 wurden insgesamt 14 Objekte veräußert – weiterhin ein klarer Effekt der bundesweit gestiegenen Baukosten und des Baulandmangels.
Wohnungseigentum
Die Anzahl der verkauften Wohnungs- und Teileigentumseinheiten ist zum Vorjahr kaum gestiegen (585 Kauffälle in 2024 gegenüber 592 Fällen in 2025). Die durchschnittlichen Preise für Eigentumswohnungen liegen in den mittleren Wohnlagen bei rund 2.420 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (2.170 Euro in 2024) und in den guten Wohnlagen bei rund 2.990 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (2.890 Euro in 2024).
Die Kaufpreise für energieeffiziente und modern ausgestattete Eigentumswohnungen (Erstverkäufe) in repräsentativen Gebäuden und bevorzugten Wohnlagen erzielen überdurchschnittliche Kaufpreise (davon gibt es einige im Stadtgebiet und zeichnet Mülheims Attraktivität aus). In 2025 lagen die Preise für solche Objekte bei rund 5.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.
Ein Blick auf die Kaufpreisverteilung zeigt zudem, dass sich die meisten Transaktionen im mittleren Preissegment bewegen (1.501 Euro bis 2.000 Euro Wfl). Hochpreisige Objekte bleiben zwar gefragt, stellen jedoch weiterhin einen kleineren Anteil am Gesamtmarkt dar (siehe Grafik).
Immobilienrichtwerte für Wohneigentum und Ein-/Zweifamilienhäuser
Der Gutachterausschuss der Stadt Mülheim an der Ruhr hat Immobilienrichtwerte für Wohneigentum und für Ein- und Zweifamilienhäuser abgeleitet und beschlossen.
Veröffentlicht sind die Immobilienrichtwerte, wie auch die Bodenrichtwerte, unter www.boris.nrw.de und können dort kostenlos eingesehen werden. Über den dort zur Verfügung gestellten und immer mehr von interessierten Bürger*innen genutzten Immobilienpreiskalkulator ist es möglich, schnell und einfach eine Preiseinschätzung für sein Objekt zu erhalten. Dabei muss der Nutzer lediglich die wertbeeinflussenden Merkmale – wie zum Beispiel Wohnfläche, Ausstattung oder Alter der Immobilie – auswählen. Diese Einflüsse werden dann automatisch mit dem Immobilienrichtwert verrechnet und als Ergebnis erhält man einen Schätzwert für sein Wohneigentum oder sein Ein-/Zweifamilienhaus inklusive Bodenwert. Eine Fortschreibung der Immobilienrichtwerte erfolgt wie auch bei den Bodenrichtwerten zum 1. Januar des Jahres.
Beispiel für die kostenlose Anwendung des Immobilienpreiskalkulators für die „individuelle Preisorientierung“ eines gesuchten Immobilienwertes:
Alle weiteren, vom Gutachterausschuss erstellten, Analysen zum Grundstücksmarkt sind im Grundstücksmarktbericht 2026 veröffentlicht, der unter www.boris.nrw.de kostenfrei eingesehen und als Gesamtausgabe heruntergeladen werden kann.
Internetnutzer*innen können sich unter der Adresse https://www.gars.nrw über die Aufgaben und Veröffentlichungen des Gutachterausschusses für Grundstückswerte informieren.