Maßnahmenkonzept (MaKo) für die Mülheimer Ruhraue
 

Die Europäischen Union hat schon im Jahr 2003 Teile der Mülheimer Ruhraue als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesen. Für diese Gebiete werden Maßnahmenkonzepte erarbeitet, um die besonderen Tier- und Pflanzenarten und Lebensräume optimal schützen zu können. Im Auftrag von Stadt und Land hat die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet ein Maßnahmenkonzept (MaKo) für die Mülheimer Ruhraue erarbeitet.

Das Maßnahmenkonzept ist rechtlich unverbindlich, gibt aber wichtige Empfehlungen für die weitere Entwicklung in der Ruhraue. Deshalb wurde der Entwurf zuerst mit den Bewirtschaftern im Gebiet, mit den dort aktiven Interessengruppen, den zuständigen Behörden und den interessierten Bürgerinnen und Bürgern bei zwei Runden Tischen diskutiert.

Titelseite des Maßnahmenkonzepts für das FFH-Gebiet Ruhraue in Mülheim.
© Amt für Umweltschutz | Stadt Mülheim an der Ruhr

Dokumentation

Das Maßnahmenkonzept für die Mülheimer Ruhraue kann im Anhang als PDF-Datei eingesehen werden. Es besteht aus Erläuterungsbericht, Karten und Maßnahmentabelle. Die Karten 2 und 3 mit Fundorten besonderer Pflanzen- und Tierarten werden aus Gründen des Datenschutzes nicht im Internet veröffentlicht.

Möglichkeit zur Einsichtnahme besteht auch beim Amt für Umweltschutz nach Terminvereinbarung unter Telefonnummern:
0208 / 455 - 7041 oder 0208 / 455 - 7096.

 

Neuaufstellung

Aktuell wird das Maßnahmenkonzept für das FFH-Gebiet DE-4507-301 „Ruhraue in Mülheim" neu aufgestellt. Das MaKo soll die naturschutzfachlichen Standards der FFH-Richtlinie im Rahmen der Berichtspflicht an die EU erfüllen. Dadurch sollen bisherige Entwicklungen berücksichtigt und der zeitliche Rahmen für Maßnahmen konkreter gefasst werden.

Der fachliche Rahmen zur Neuaufstellung wurde 2023 mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW abgesteckt. Die Erarbeitung liegt im Landesauftrag bei der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR).

2024 fanden Kartierungen und Datenerhebungen statt. Insbesondere sollen die in den letzten 12 Jahren stattgefundene Entwicklungen der Flächen und der Populationen berücksichtigt und die Umsetzung von Maßnahmen beurteilt werden. Auch die Bedeutung angrenzender Flächen wie Mühlenbachmündung, Dohne-Insel und Rossenbeck wird betrachtet. Bekannte Beispiele für neuere Entwicklungen im Gebiet sind der Zusammenbruch der Graureiherkolonie, die Zuwanderung von Bibern und die neue Schwimmstelle an der Ruhr. Umgesetzt wurden Grünlandextensivierungen und Nutzungsänderungen. In den letzten Jahren hat insbesondere der Insektenschutz an Bedeutung gewonnen. Die starke Gefährdung vieler Arten und Lebensraumtypen bleibt bestehen.

Parallel zu den Datenerhebungen fand eine erste Beteiligung betroffener Träger öffentlicher Belange wie z.B. die Naturschutzverbände, die Landwirte, die Angler, das RWW, der Ruhrverband, Politik und Naturschutzbeirat sowie der Öffentlichkeit statt. 2026 soll der MaKo-Entwurf erstellt und mit einzelnen Stakeholdern besprochen werden. In 2026/2027 erfolgt dann eine erneute breite Beteiligung, die Fertigstellung ist für 2027 geplant.