Die Interkulturelle Woche (IKW) feierte 2025 ein ganz besonderes Jubiläum: Seit 50 Jahren wird sie bundesweit begangen und hat sich in dieser Zeit zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Kalender entwickelt. Auch die Stadt Mülheim an der Ruhr beteiligte sich mit zwei besonderen Veranstaltungen, die Raum für Dialog, Begegnung und gemeinsame Perspektiven eröffneten.
Unter dem Motto „dafür!“ setzte die IKW 2025 ein kraftvolles Zeichen – dafür, dass wir uns für Vielfalt, Offenheit und gegenseitige Wertschätzung einsetzen. Und dafür, dass wir uns klar gegen Ausgrenzung, Intoleranz und Diskriminierung positionieren.
Themenabend am 23. September mit Prof. Dr. Natasha A. Kelly
Der feierliche Themenabend am Dienstag, 23. September 2025 in der Wolfsburg (Falkenweg 6) eröffnete die Interkulturelle Woche in Mülheim an der Ruhr. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Marc Buchholz und einem Grußwort von Hasan Tuncer, dem Vorsitzenden des Integrationsrates, folgte der Impulsvortrag der renommierten Wissenschaftlerin, Autorin und Kuratorin Prof. Dr. Natasha A. Kelly.
Der Titel des Impulsvortrags von Prof. Dr. Natasha A. Kelly lautete: „Vom kleinen Nein zum großen Ja: Warum keine Kraft darin liegt, gegen etwas zu sein“. Kelly nahm dabei Bezug auf das bekannte Zitat von Angela Davis: „In a racist society, it is not enough to be non-racist, we must be anti-racist.“
Prof. Dr. Natasha A. Kelly zeigte eindrucksvoll auf, warum ein bloßes „Dagegensein“ wirkungslos bleibt – und warum es echte Veränderung nur durch aktives Handeln geben kann. Dabei ging es auch darum, die eigene Vorstellungskraft zu aktivieren und eine Zukunft ohne Rassismus denkbar zu machen. Erst wenn wir uns diese Zukunft vorstellen können, entsteht Raum, Gedanken in konkrete Taten umzusetzen.
Im Anschluss an den Vortrag lud eine Talkrunde zum Austausch ein. Der Abend endete mit einem Get-together, das Gelegenheit bot, ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Moderation übernahm Sandra Karangwa.
Dialogischer Abend am 27. September zum Abschluss
Zum Ausklang der Interkulturellen Woche lud der Integrationsrat der Stadt am Samstag, 27. September ab 17 Uhr zu einem Dialogischen Abend ein. In offener und entspannter Atmosphäre wurden im Stadtteilbüro Eppinghofen (Heißener Straße 16–18) Gedanken geteilt, Erfahrungen ausgetauscht und neue Perspektiven gewonnen.
Den musikalischen Auftakt gestaltete Eyum Anneh, der mit afrikanischen Klängen für einen besonderen Start in den Abend sorgte. Anschließend kamen die Gäste bei Fingerfood miteinander ins Gespräch. So entstand ein Rahmen, in dem Vielfalt nicht nur thematisiert, sondern auch aktiv gelebt wurde.