Große Gruppe von Menschen in einer Sporthalle, die an mehreren Stellwänden und Tischen stehen und sich unterhalten. Jugendbezirksforum, Westenergie Sporthalle
© Helena Grebe | Stadt Mülheim an der Ruhr

Beim heutigen (30. Januar 2026) Jugendbezirksforum, das bereits zum vierten Mal stattfand, haben dieses Mal Schülerinnen und Schüler der Realschule Broich, des Gymnasiums Broich und der Gesamtschule Saarn eindrucksvoll gezeigt, wie klar ihre Vorstellungen von einer jugendfreundlichen Stadt sind. Inhaltlich brachten die Jugendlichen ein breites Spektrum an Themen ein, die ihren Alltag direkt betreffen. Schwerpunkte waren dabei die bessere Ausstattung der Schulen, mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt, Sauberkeit und Sicherheit, ÖPNV und Radwege, sowie attraktive Schulhöfe und Sportflächen. Im direkten Austausch mit Politik und Verwaltung brachten die Jugendlichen ihre Ideen, Wünsche und Kritikpunkte engagiert ein.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Oberbürgermeister Marc Buchholz. In seiner Ansprache ermutigte er die Jugendlichen, sich aktiv einzubringen, ihre Anliegen offen zu formulieren und den Tag intensiv für den Austausch zu nutzen. Dies setzten die Schülerinnen und Schüler in einer intensiven Arbeitsphase um und konnten so bei dem Gallery Walk an verschiedenen Stationen ihre Themen kreativ aufbereitet präsentieren und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Rat, Bezirksvertretungen und Stadtverwaltung diskutieren. 

Organisiert wurde das Jugendbezirksforum vom Mülheimer Amt für Kinder, Jugend, Schule und Integration in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der offenen Türen (AGOT), also den Mülheimer Jugendzentren. Gefördert wird die Veranstaltung durch Mittel des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

Gruppe von Menschen mit Namensschildern steht in einer Sporthalle vor einer Wand mit Plakaten und diskutiert mit Oberbürgermeister Marc Buchholz. Jugendbezirksforum, Westenergie Sporthalle
© Helena Grebe | Stadt Mülheim an der Ruhr

Zentrale Themen aus Sicht der Jugendlichen

Ein zentrales Anliegen vieler Jugendlicher war die Ausstattung der Schulen. Besonders wichtig waren ihnen Tablets für alle Schulen, stabiles und schnelles WLAN sowie bessere Aufenthaltsmöglichkeiten auf den Schulhöfen – möglichst mit wettergeschützten Sitzgelegenheiten. Auch das Thema Schulverpflegung spielte eine große Rolle: Gewünscht wurden ein günstigeres und zugleich qualitativ besseres Essensangebot.

Ebenso häufig wurde die Forderung nach mehr frei zugänglichem WLAN im öffentlichen Raum sowie in Bussen und Bahnen geäußert, das zuverlässig funktioniert und die nötige Bandbreite hat. Für viele junge Menschen sei eine stabile Internetverbindung heute Voraussetzung, um erreichbar zu sein, Informationen abzurufen oder sich zu verabreden. Auch dort, wo bereits freies WLAN angeboten wird – etwa im Forum – reicht die verfügbare Bandbreite nach Einschätzung der Jugendlichen häufig nicht aus, damit viele Menschen das Angebot gleichzeitig nutzen können. 

Gruppe Jugendlicher steht vor einer Pinnwand mit handgeschriebenen Plakaten in einer Halle mit grünen Sitzreihen und einer Empore mit zwei Personen. Jugendbezirksforum, Westenergie Sporthalle
© Helena Grebe | Stadt Mülheim an der Ruhr

Mehr Orte für Begegnung und Freizeit

Neben Sicherheit spielte auch die Freizeitgestaltung eine große Rolle. Die Jugendlichen wünschen sich mehr Angebote, die sie unabhängig von Vereinen oder hohen Kosten nutzen können. Genannt wurden unter anderem Jugend-Discos, kreative Workshops sowie Indoor-Aktivitäten wie Escape Rooms. Ziel sei es, mehr Räume zu schaffen, in denen sich junge Menschen treffen, ausprobieren und ihre Freizeit sinnvoll verbringen können. Gerade in den Wintermonaten fehlten aus Sicht der Jugendlichen passende Freizeitangebote. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele junge Menschen die bereits vorhandenen Angebote, etwa in Jugendzentren, kaum kennen. 

Ideen für die Innenstadtentwicklung

Auch zur Weiterentwicklung der Innenstadt brachten die Jugendlichen zahlreiche konkrete Ideen ein. Im Mittelpunkt standen dabei Sicherheit und Sauberkeit, mehr Sitzgelegenheiten sowie zusätzliche Mülleimer, um die Aufenthaltsqualität spürbar zu verbessern. Gewünscht wurde außerdem eine bessere Beleuchtung dunkler Bereiche und eine insgesamt grünere Gestaltung, damit sich junge Menschen wohler fühlen können. Mehrere Jugendliche berichteten zudem von unangenehmen Situationen, in denen sie sich von fremden Personen angesprochen oder bedrängt fühlten – auch hier wünschen sie sich mehr Sicherheit und ein respektvolles Miteinander im öffentlichen Raum. Darüber hinaus regten sie mehr Einkaufsmöglichkeiten an, damit sie ihre Freizeit vor Ort verbringen können und nicht in andere Städte ausweichen müssen. Ergänzt wurden die Vorschläge durch den Wunsch nach mehr kulturellen Angeboten in der Innenstadt.

Neben den bereits genannten Schwerpunkten brachten die Jugendlichen noch viele weitere Anliegen ein. Dabei wurde deutlich, dass sie nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse im Blick haben, sondern auch an andere Menschen in der Stadt denken. Themen wie der Umgang mit obdachlosen Menschen, mehr Inklusion sowie barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Orten und Angeboten spielten ebenfalls eine Rolle. Und deutlich wurde: Den Schülerinnen und Schülern ist ein respektvolles Miteinander wichtig und eine Stadt, in der sich alle Menschen willkommen und mitgedacht fühlen.

Sieben Personen stehen in einer Reihe auf dem Boden einer Sporthalle, eine Person spricht in ein Mikrofon, im Vordergrund sind verschwommene Köpfe von Zuschauern zu sehen. Jugendbezirksforum, Westenergie Sporthalle
© Helena Grebe | Stadt Mülheim an der Ruhr

Konstruktiver Dialog auf Augenhöhe

Der Austausch zwischen Jugendlichen, Politik und Verwaltung war offen, respektvoll und lösungsorientiert. Die jungen Teilnehmenden präsentierten ihre Themen selbstbewusst und gut vorbereitet und zeigten, dass sie sich aktiv in die Stadtgesellschaft einbringen wollen.

Das vierte Jugendbezirksforum machte erneut deutlich: Junge Menschen haben konkrete Ideen, klare Erwartungen und den Wunsch, ihre Stadt mitzugestalten. Die heute gesammelten Anregungen werden nun weiter in Politik und Verwaltung beraten. Ziel ist es, den Jugendlichen Rückmeldungen zu geben und – wo möglich – konkrete Verbesserungen auf den Weg zu bringen.