Eine Person steht mit dem Rücken zum Fotografen. Dahinter mehrere Personen im Halbkreis, die sich etwas erklären lassen. Im Hintergrund ist ein Teil eines Feuerwehrfahrzeugs zu sehen.
© Onlineteam | Stadt Mülheim an der Ruhr
Tauschen sich bei der Feuerwehr Mülheim aus (v.li.n.re.): Dr. Michael Lülf (stellvertretender Leiter der Feuerwehr), Oberbürgermeister Marc Buchholz, Christoph Donner (Vorstandsvorsitzender Ruhrverband), Umweltminister Oliver Krischer, Krisenstabsleiter David Lüngen, Elke Reichert (Präsidentin LANUK), Feuerwehrchef Sven Werner und Mülheims CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Jan Heinisch.

Umweltminister Oliver Krischer besuchte am 30. Juni 2026 das Lagezentrum der Stadt Mülheim an der Ruhr. Seiner Einladung waren das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) und der Ruhrverband gefolgt. Oberbürgermeister Marc Buchholz, sein Krisenstabsleiter David Lüngen und der Leiter der Mülheimer Feuerwehr Sven Werner luden ins Lagezentrum ein, öffneten die Leitstelle, um dort gemeinsam Bilanz zu ziehen über Erkenntnisse und Neuerungen, die die Bewältigung von Ereignissen wie dem Hochwasser im Juli 2021 konkret verbessert haben.

Umweltminister Oliver Krischer: „Wir müssen in Zukunft mit mehr extremen Wetterlagen rechnen. Für den Schutz der Menschen vor Ort ist eine bessere Information der Einsatzkräfte ein zentraler Baustein. Deshalb werden die Schnittstellen wie hier in Mülheim verbessert und die Hochwasser-Informationen auf eine immer breitere Datenbasis gestellt“, sagt Umweltminister Oliver Krischer beim Termin in der Leitstelle. Zuletzt hatte das LANUK 26 neue Pegel in Betrieb genommen – besonders auch an kleineren Flüssen, die vor der Flutkatastrophe 2021 so noch nicht im Fokus standen.

Die Präsidentin des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima erläuterte dazu: “Die 26 neuen Pegelstationen sind Teil eines dichten Messnetzes. Damit beobachten wir laufend die Gewässer in Nordrhein-Westfalen. Die Daten sind öffentlich einsehbar im Hochwasserportal. Es zeigt die Messwerte der 122 Hochwassermeldepegel und weiterer 135 gewässerkundlicher Pegel des LANUK. Zudem erhalten wir Messwerte von 306 Niederschlagsmessstationen und Daten von 79 Pegelanlagen anderer Betreiber, Tendenz steigend.“

Das Hochwasserportal NRW ermöglicht auch für Laien eine schnelle Übersicht über die Messwerte in NRW. Bei Hochwasser informiert das LANUK mit überregionalen hydrologischen Lageberichten mindestens einmal täglich darüber, wo Wasserstände steigen oder fallen und wie sich die Lage voraussichtlich entwickeln wird. Der hydrologische Lagebericht wurde neu strukturiert, er ist damit nicht nur für Fachleute einfacher zu lesen.

„Neu ist nach dem Hochwasser von 2021 auch, dass das Landesamt den Kommunen und damit den Leitstellen der Feuerwehr unmittelbar die Informationen zur Verfügung stellt, die sie brauchen, um ihre Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu planen. Unsere aufbereiteten Daten stehen den Leitstellen der Kreise und kreisfreien Städte im Intranet der Landesverwaltung zur Verfügung. Für die Ruhr können für einige Pegel auch bereits Prognosen für das Hochwasser angezeigt werden. Diese Funktion wird Schritt für Schritt für alle Gewässer mit Hochwassermeldepegeln ausgebaut,“ erklärte Elke Reichert.

Ein LKW der Feuerwehr mit Anhänger zur Trinkwassernotversorgung. Davor ist ein Roll-up mit Informationen aufgebaut. Außerdem ein schwarzes aufblasbares Becken gefüllt mit Wasser.
© Onlineteam | Stadt Mülheim an der Ruhr
Trinkwassernotversorgung der Feuerwehr Mülheim an der Ruhr
Ein Feuerwehr-LKW mit Kranarm hat ein Notstromaggregat und weitere Materialien für die Notstromversorgung abgeladen.
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Die Feuerwehr Mülheim an der Ruhr mit ihrer Ausrüstung zur Notstromversorgung
Mehrere Personen stehen an einem Notstromaggregat vor einem Feuerwehrfahrzeug und lassen sich dieses von einem Feuerwehrmann erklären.
© Tanja Schwarze | Stadt Mülheim an der Ruhr
Dr. Michael Lülf, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, erklärt Oberbürgermeister Marc Buchholz und Umweltminister Oliver Krischer die Notstromversorgung (v.re.).

Beim Ruhrverband ist der Vorstandsvorsitzende Christoph Donner zuständig für den Bereich Technik und Flussgebietsmanagement. Er blickte zurück auf die Auswirkungen des Hochwasserereignisses 2021 an der Ruhr und schilderte seine Schlussfolgerung: „Hochwasserschutz kann nur gelingen, wenn er nicht nur für einen einzelnen Flussabschnitt, sondern für das gesamte Einzugsgebiet gedacht wird. Maßnahmen, die beispielsweise in Mülheim wirken sollen, müssen an vielen Stellen der Ruhr und an ihren Nebenflüssen oberhalb von Mülheim umgesetzt werden. Deshalb kommt es hierbei auf die Solidarität aller Kommunen im gesamten Ruhreinzugsgebiet und insbesondere auf eine solide Finanzierungsbasis an.“ Besonders hob er hervor, dass der Ruhrverband für seine Mitgliedskommunen seine flussgebietsweite Expertise anbietet, wenn es darum geht, zusätzliche Rückhalte- bzw. Speicherräume für einen nachhaltigen Hochwasserschutz zu identifizieren.

Im Lagezentrum der Mülheimer Feuerwehr zeigten die Fachleute aktuelle Pegelwerte der Ruhr. Parallel dazu wurden auf weiteren Monitoren Prognosen und Karten mit potenziell gefährdeten Gebieten angezeigt. Die vom LANUK aufbereiteten Daten ermöglichen den Leitstellen und Kommunen eine zielgenaue Einsatzplanung, die durch die verkürzten Kommunikationswege zwischen den Akteuren schneller eingeleitet werden kann.

Und noch eine Besonderheit zeichnet die Leitstelle in Mülheim aus: Dort ist die bundesweit  erste mobile Einrichtung zur Trinkwasserversorgung im Krisenfall stationiert.

Auf einer gelb-roten quadratischen Bodenmarkierung, an vier Ecken mit Pylonen abgegrenzt, steht eine große Drohne.
© Onlineteam | Stadt Mülheim an der Ruhr
Drohne der Feuerwehr Mülheim an der Ruhr