Mülheim an der Ruhr zählt laut aktuellem IW-Regionalranking 2026 zu den kreisfreien Städten mit einer der stärksten Entwicklungsdynamik in Deutschland. Im bundesweiten Dynamikranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erreicht die Stadt mit 53,3 Punkten Rang 9 von insgesamt 400 Regionen beziehungsweise Großstädten.
Damit ist Mülheim zugleich die dynamischste Stadt in der Region. Dahinter folgen im Ruhrgebiet Essen auf Rang 26, Bochum auf Rang 37 und Oberhausen auf Rang 78.
Das Dynamikranking bewertet nicht die aktuelle wirtschaftliche Stärke einer Region/Großstadt, sondern die Entwicklung in den vergangenen Jahren. Entscheidend ist also die Frage: Verbessert sich eine Kommune schneller oder langsamer als der bundesweite Durchschnitt?
Gerade im Dynamikranking erzielt Mülheim an der Ruhr außergewöhnlich starke Werte.
„Das Ergebnis zeigt, dass in Mülheim in den letzten Jahren eine positive Transformationsbewegung stattgefunden hat“, erklärt Wirtschaftsdezernent Felix Blasch. „Die Stadt profitiert zunehmend von wissensintensiven Branchen, hochqualifizierten Beschäftigten und Mülheims Lage mitten im Ruhrgebiet. Gleichzeitig bleibt Transformation ein anspruchsvoller und langfristiger Prozess.“
Hochqualifizierte Beschäftigung wächst deutlich
Besonders auffällig im Dynamikranking ist die Entwicklung bei den hochqualifizierten Beschäftigten. Der Anteil stieg in Mülheim zwischen 2023 und 2025 um 2,2 Prozentpunkte – Rang 4 bundesweit. Das IW wertet dies als starkes Signal für die zunehmende Wissensintensität und die qualitative Weiterentwicklung des Arbeitsmarktes. Auch im Themenfeld Arbeitsmarkt insgesamt erreicht Mülheim mit Rang 10 bundesweit eine Spitzenplatzierung.
Junge Erwachsene ziehen verstärkt nach Mülheim
Ein weiterer bemerkenswerter Befund betrifft junge Erwachsene: Beim Wanderungssaldo der 25- bis 30-Jährigen erreicht Mülheim Rang 11 deutschlandweit. Während viele Städte und Landkreise um junge Fachkräfte konkurrieren oder Einwohner*innen verlieren, gewinnt Mülheim in dieser Altersgruppe sichtbar an Attraktivität hinzu. Das spricht für verbesserte Arbeitsmarktchancen, urbane Lebensqualität und die gute regionale Vernetzung innerhalb der Metropole Ruhr.
Verbesserungen bei Lebensqualität und Sicherheit
Gleichzeitig verbessert sich die Lebensqualität nach IW-Kriterien deutlich stärker als in vielen anderen Regionen Deutschlands. Im entsprechenden Cluster landet Mülheim auf Rang 11. Positiv bewertet wird zudem die Entwicklung der Sicherheitslage. Die Zahl der Straftaten ging im Betrachtungszeitraum um 1.106 Fälle je 100.000 Einwohner*innen zurück; damit landet Mülheim auf Platz 36 im bundesweiten Vergleich.
Dynamik trifft auf schwierige Ausgangslage
Das aktuelle IW-Regionalranking macht zugleich deutlich, dass Mülheim weiterhin vor strukturellen Herausforderungen steht. Im sogenannten Niveauranking, das die aktuelle Ausgangslage einer Region/Großstadt bewertet, erreicht Mülheim mit 47,9 Punkte den Rang 342 von 400 Regionen und verbessert sich um 30 Plätze. Im Ruhrgebietsvergleich liegt Mülheim somit vor mehreren großen Städten der Region. Dahinter folgen unter anderem Essen auf Rang 346 gefolgt von Dortmund auf Rang 368, Oberhausen auf Rang 393 und Duisburg auf Rang 399.
Das Ergebnis liegt insgesamt klar unter dem Bundesdurchschnitt. Bewertet werden hierbei insbesondere Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität zum aktuellen Stand – also nicht die Entwicklung, sondern die bestehende strukturelle Ausgangslage.
Hohe fiskalische Belastungen, soziale Herausforderungen und eine vergleichsweise schwache kommunale Finanzlage wirken weiterhin bremsend. Umso bemerkenswerter ist aus Sicht der Stadtverwaltung die hohe Dynamik, die Mülheim derzeit im bundesweiten Vergleich attestiert wird.
„Die Zahlen zeigen eine Stadt, die bei wichtigen Indikatoren deutlich an Boden gewonnen hat", so Felix Blasch. Gleichzeitig bleibt es weiterhin eine wichtige Aufgabe, kontinuierlich an der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Mülheim zu arbeiten.“