Ausstellung, Festakt, Jubiläumsfest und Konzert im Jubiläumsjahr
Ihre imposante Architektur erinnert an venezianische Paläste und sie ist ein wahrer Blickfang, nicht nur von der Ruhrpromenade aus: Am 5. Januar 2026 prägt die historische Stadthalle bereits 100 Jahre das Stadtbild Mülheims. Dabei ist sie weit mehr als nur ein Denkmal – sie ist ein lebendiger Veranstaltungsort mit einzigartiger Lage an der Ruhr. Die Halle bietet eine Bühne für kulturelle Highlights wie beispielsweise die Mülheimer Theatertage, das Klavier-Festival Ruhr, hochkarätige Sinfoniekonzerte, Kabarettaufführungen, aber auch Räumlichkeiten für Abschlussbälle von Tanzschulen sowie kreative Tagungen und Kongresse. Das historische Gebäude als moderne Veranstaltungsstätte zu erhalten, ist Aufgabe der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST).
Im Sommer plant die MST neben dem offiziellen Festakt Ende Juni ein großes Jubiläumsfest rund um die Stadthalle im Stadthallengarten, zu dem alle willkommen sind. Zum Einstieg ins Jubiläumsjahr öffnet Anfang Februar im Kunstmuseum eine Ausstellung zum Thema „100 Jahre Stadthalle“. Den Abschluss des Jubiläumsjahres macht dann ein außergewöhnliches Konzert, an dem derzeit noch gearbeitet wird. „Wir freuen uns auf ein Jubiläumsjahr voller Höhepunkte und laden die Mülheimerinnen und Mülheimer herzlich ein, mit uns den 100. Geburtstag der Stadthalle zu feiern“, so Michael Birr, Geschäftsführer der MST. Schon zum Jahresbeginn wird das eigens kreierte Jubiläumslogo vor der Stadthalle zu sehen sein und auf der Homepage der MST wird eine Jubiläumsseite mit weiteren Infos freigeschaltet.
Die Anfänge der Stadthalle
1925/1926 schufen die Architekten Dr. Hans Großmann und Arthur Pfeifer – die auch weitere herausragende Gebäude der Stadt gestalteten – sowie Innenarchitekt Professor Emil Fahrenkamp das imposante Bauwerk, das zur Ruhruferseite nahezu authentisch erhalten blieb. Theatersaal und Foyer mit Eingang über dem früheren „Ehrenhof“ (heute überdacht und als Restaurant Caruso bekannt) korrespondierten mit neo-klassizistischem Stil mit dem Rathaus und einstigen Stadtbad am Ruhrufer gegenüber.
Festlich eröffnet wurde die Stadthalle am 5. Januar 1926, feierlich untermalt vom 1. Satz aus Bruckners 7. Sinfonie. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude durch einen schweren Bombenangriff größtenteils ab. Beim Wiederaufbau unter der Leitung von Professor Gerhard Moritz Graubner erhielt die Stadthalle einen futuristischen Anbau mit Eingangshalle und Festsaal, der Ehrenhof wurde zum „Wintergarten“ und die historische Fassade zur Ruhr gewahrt.
Am 11. Oktober 1957 fand die feierliche Wiedereröffnung mit Bundespräsident Theodor Heuss statt. Eine medienwirksam platzierte Lotterie zur Finanzierung des Wiederaufbaus war bei den Mülheimern und Mülheimerinnen auf ein großes Echo gestoßen.
Im Innern der Stadthalle finden sich auch heute noch kunsthistorische Juwelen: zum Beispiel großflächige Mosaike von Johan Thorn Prikker im Eingangsbereich des Ruhrfoyers. Weitere Kunstwerke herausragender Künstler sind auf den Wandelgängen zu sehen: Werke von Constantin Emile Meunier, Gerhard Marcks, Hermann Lickfeld oder Otto Pankok.
Bauliche und technische Herausforderungen
Zur Mülheimer Landesgartenschau 1992 (MüGa) wurden die Unter- und Ober-Maschinerie der Theatersaal-Bühne erneuert, die Eingangshalle renoviert und die Rotunde angebaut. Mitte der neunziger Jahre konnte die Bestuhlung des Theatersaals durch die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger sowie der hiesigen Lederindustrie erneuert werden.
Im August 2002 übernahm die Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) den Betrieb und Erhalt der Stadthalle. Unter ihrer Regie wurden die Brandschutzanlage und das denkmalgeschützte Kupferdach erneuert. 2006/2007 erfolgte unter Leitung von Professor Rudolf Schricker (Stuttgart) der Umbau zum Kultur- und Kongresszentrum.
Verschiedene Bereiche der Stadthalle wurden 2011 bis 2014 renoviert: die Rotunde, die Konferenzräume, das Foyer am Kammermusiksaal und die Bühne im Theatersaal. Weitere umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen folgten, insbesondere im Beleuchtungsbereich.
Aktuell wird die historische Stahlglasfassade im Bereich des Caruso saniert sowie die Geschossdecke unter den Arkaden, bei der der Natursteinbelag sowie die Stahlbetonkonstruktion vollständig ersetzt werden.
Die denkmalgeschützte Stadthalle Mülheim, in wunderschöner Lage direkt an der Ruhr gelegen, vereint heute historische Eleganz und Multifunktionalität und hat stets die Zukunft der Eventlocation im Blick.