Update vom 18. Februar 2026:

Da sich das Wetter in den nächsten Tagen stabil halten soll, geht die Krötenwanderung los. Zum Schutz der Tiere wird die Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr ab Freitag, 20. Februar 2026 in den Abend- und Nachtstunden die Horbeckstraße, die Klingenburgstraße, die Großenbaumer Straße sowie die Mühlenbergheide ab etwa 19 Uhr sperren. Geöffnet werden die Schranken morgens gegen 6 Uhr, damit Frühaufsteher*innen keine Umwege fahren müssen. 

Sollten die Witterungsverhältnisse zu einem zeitweiligen Erliegen der Krötenwanderung führen, bleiben die Schranken selbstverständlich für die Durchfahrt geöffnet.

Es sind eine weibliche und eine männliche Erdkröte zu sehen, die vor dem Überqueren einer Straße gerettet worden sind.
© Daniela Specht | Stadt Mülheim an der Ruhr
Ein Erdkrötenpaar, das vor dem Tod auf der Straße von Naturschützer*innen gerettet wurde.

Im Rahmen der jährlichen Krötenwanderung werden uns in den nächsten Nächten Erdkröten wieder häufiger über den Weg laufen – es konnten bereits vereinzelt Amphibien beobachtet werden. Neben Erdkröten nehmen auch andere Amphibien - wie Feuersalamander, Bergmolch, Teichmolch und Grasfrosch - diese alljährlichen Wanderungen von Landlebensräumen zu ihren Laichgewässern auf sich. Dabei legen vor allem Erdkröten oft große Entfernungen zurück, um zu ihren angestammten Laichgewässern zurückzukehren. Besonders zur Zeit der Abenddämmerung sind große Mengen an Kröten zu beobachten, wie sie im Schutz der Nachtstunden die Gewässer für die Fortpflanzung aufsuchen.

Dieses angeborene Wanderverhalten wird den Amphibien häufig zum Verhängnis, da ihre Wanderrouten inzwischen vielfach von Straßen durchzogen sind. Zur Zeit der Frühjahrswanderungen werden sie oft zu Tausenden überrollt oder durch den Unterdruck, der unter den schnellfahrenden Fahrzeugen entsteht, getötet. So können ganze Populationen ausgelöscht werden. Traurige Bilanz ist, dass heute fast alle Amphibienarten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten zu finden sind. 

Deshalb werden in den Abend- und Nachtstunden streckenweise die Großenbaumer Straße, die Horbeckstraße, die Mühlenbergheide sowie die Klingenburgstraße vollständig wegen der Amphibienwanderung ab etwa 19 Uhr gesperrt. Geöffnet werden die Schranken auch in diesem Jahr morgens gegen 6 Uhr, damit Frühaufsteher*innen keine Umwege fahren müssen. Der aktuelle Beginn der Straßensperrungen wird rechtzeitig bekannt gegeben. 

Auch in weiteren städtischen Regionen fielen in den vergangenen Jahren mehrfach wandernde Amphibien dem Straßenverkehr zum Opfer. Da Sperrungen in diesen Bereichen leider nicht umsetzbar sind, bittet die Stadtverwaltung auf die Warnbeschilderungen zu achten und vor allem in den Bereichen

  • An der Rennbahn
  • Nachbarsweg 

eine Befahrung in den Dämmerungs- und Nachtstunden zu vermeiden. Auch entlang des Fossilienweges sind verstärkt wandernde Amphibien unterwegs. Hier werden Radfahrer*innen gebeten, achtsam und vorsichtig zu fahren. 

Feuersalamander sind weiterhin durch den Salamander-Chytridpilz massiv gefährdet. Deswegen bittet die Untere Naturschutzbehörde um erhöhte Aufmerksamkeit. Ein Befall mit der Pilzkrankheit zieht für fast alle betroffenen Salamander innerhalb kurzer Zeit den sicheren Tod nach sich. Sollten Sie kranke oder tote Feuersalamander oder Molche finden, melden sie diese mit Fundortangabe bitte per Mail an unb@muelheim-ruhr.de bei der Unteren Naturschutzbehörde.