© Elke Schlautmann | Stadt Mülheim an der Ruhr

9. Oktober 2026

Veranstaltung zur geplanten CO₂-Pipeline: Stadt Mülheim informiert rund 120 Teilnehmende

„Wird die Stadt gegen eine Trasse für eine CO₂-Pipeline durch den Mülheimer Wald klagen, sollte diese genehmigt werden?“ Diese Frage stellten Bürgerinnen und Bürger bei der Informationsveranstaltung zu der geplanten CO₂-Leitung in der Aula der Gesamtschule Saarn. Dazu die klare Antwort von Oberbürgermeister Marc Buchholz: „Die Stadt wird auf jeden Fall alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um die Pipeline durch den Mülheimer Wald zu verhindern. Dafür werden wir alle Register ziehen!“

Rund 120 Bürgerinnen und Bürger waren zu der von der Stadt organisierten Veranstaltung gekommen. Sie wollten sich über die möglichen Trassen für eine etwa 200 Kilometer lange, unterirdische CO₂-Pipeline von Nordrhein-Westfalen in Richtung Niederlande informieren. Die Leitung soll klimaschädliches CO₂ zu Lagerstätten in der Nordsee transportieren. Das Unternehmen Open Grid Europe (OGE) will sie bauen.

Die Stadtverwaltung stellte bei der Informationsveranstaltung die zwei von OGE favorisierten Verläufe der Trassenkorridoren für die Pipeline vor. Beide würden durch Mülheim führen und Bereiche betreffen, die für Natur, Wasser, Wald und Naherholung eine besondere Bedeutung haben. Die Ausführungen machten die hohen Umweltauswirkungen der mehrjährigen Baustelle deutlich. Mülheimer Waldfläche müsste in einem 28,5 Meter breiten Arbeitsstreifen gerodet werden. Der Verlust wäre mit Neupflanzungen im Stadtgebiet nicht zu kompensieren.

Im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung standen aber die Fragen und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger:

  • Welche Bereiche in Mülheim könnten betroffen sein?
  • Was bedeutet eine mögliche Leitungsverlegung für die Umwelt?
  • Kommt die CO₂-Pipeline auf jeden Fall?
  • Wer genehmigt die Pipeline?
  • Wie können sich Bürgerinnen und Bürger gegen die Pläne wehren?

Die Stadtverwaltung bemüht sich, die bei der Veranstaltung gestellten Fragen und die dazugehörigen Antworten in Kürze auf der städtischen Internetseite zusammenzufassen.

Noch bis zum 26. Oktober beteiligen

Bürgerinnen und Bürger können ihre Anregungen und Bedenken noch bis zum 26. Oktober 2026 im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligung einreichen. Die Stellungnahmen sind über das Beteiligungsportal NRW möglich.

Die Stadt ist als „Trägerin öffentlicher Belange“ in das Verfahren eingebunden. Sie plant die Pipeline aber nicht selbst. Mülheim untersucht in der laufenden „Raumverträglichkeitsprüfung“ die externen Planungen aus städtischer Sicht, bringt ihre fachliche Einschätzung ein und vertritt dabei die Interessen der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Blick von hinten über das Publikum einer Informationsveranstaltung auf die Bühne. Dort erklärt eine Dame eine Darstellung, die per Beamer auf eine Leinwand geworfen wird.
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Rund 120 Interessierte informieren sich über die mögliche Trasse einer Kohlenstoffdioxid-Leitung.
Oberbürgermeister mit Mikrophon lehnt auf einem Podest und spricht. Im Hintergrund mehrere Personen, die bei der Veranstaltung im Publikum sitzen.
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Oberbürgermeister Marc Buchholz bei der Informationsveranstaltung zur geplanten CO2-Pipeline durch den Mülheimer Wald.

1. Oktober 2026

Informationsveranstaltung zum aktuellen Planungsstand und möglichen Auswirkungen

Die Planungen für eine CO₂-Pipeline durch den Raum Mülheim an der Ruhr und Duisburg beschäftigen viele Menschen. Sie haben Fragen, machen sich Sorgen um Natur und Umwelt oder möchten wissen, welche Auswirkungen das Vorhaben hier bei uns vor Ort haben könnte. Die Stadt Mülheim an der Ruhr nimmt diese Anliegen ernst und informiert deshalb über den aktuellen Stand.

Die Informationsveranstaltung findet am Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 18 Uhr in der Aula der Gesamtschule Saarn, Lehnerstraße 67, 45481 Mülheim an der Ruhr, statt.

Derzeit wird in einem sogenannten Raumordnungsverfahren geprüft, wo die geplante CO₂-Leitung verlaufen könnte. Dieses behördliche Verfahren findet im Vorfeld größerer Infrastrukturprojekte statt. Bei der ersten Beteiligung im Dezember 2025 stand noch kein konkreter Trassenverlauf fest. Damals wurden zunächst etwa 600 Meter breite Untersuchungsräume dargestellt. Im Januar 2026 hat das Umweltamt der Stadt Mülheim an der Ruhr dazu Stellung genommen und sich zur Methodik und zu den möglichen Trassenkorridoren geäußert. 

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das Vorhaben insbesondere mit Blick auf den Natur- und Umweltschutz kritisch zu bewerten. Die möglichen Trassenbereiche berühren unter anderem Waldflächen, FFH- und Naturschutzgebiete, Gewässer sowie Trinkwasser- und Wasserschutzgebiete. Für die Verlegung der Leitung ist nach den bisherigen Planungen ein rund 28,5 Meter breiter Arbeitsstreifen vorgesehen. Dafür müssten voraussichtlich umfangreiche Waldflächen gerodet werden. Das könnte nicht nur die Natur beeinträchtigen, sondern auch die Funktion des Waldes als wichtiger Ort für Erholung und Freizeit.

Die Verwaltung ist überzeugt, dass eine Trassenführung über Mülheimer Stadtgebiet mit erheblichen räumlichen, rechtlichen und naturschutzfachlichen Konflikten verbunden wäre. Eine abschließende Bewertung ist allerdings erst möglich, wenn die konkrete Trassenführung vorliegt.

Bei der Informationsveranstaltung am 8. Oktober sollen der aktuelle Stand des Verfahrens, die bisher bekannten Planungen und mögliche Auswirkungen vorgestellt werden. Bürgerinnen und Bürger haben zudem Gelegenheit, Fragen zu stellen und Hinweise einzubringen.

 

Bürgerinformationsveranstaltung zur CO₂-Pipeline:
Donnerstag, 8. Oktober 2026, 18 Uhr
Aula der Gesamtschule Saarn, Lehnerstraße 67, 45481 Mülheim an der Ruhr