Im Restaurant Ronja wachsen jetzt Kräuter ohne Erde. Die Mülheimer NourTec GmbH erprobt dort ein System, das Pflanzen über eine Nährstofflösung versorgt. Gäste können sich die Anlage vor Ort anschauen. Den Kontakt zwischen Unternehmen und Restaurant stellte die städtische Wirtschaftsförderung her.

Das Verfahren heißt Hydroponik: Die Pflanzen erhalten Wasser und Nährstoffe über eine Lösung statt aus dem Boden. NourTec nutzt die Anlage im Ronja, um die Technik im Rahmen seiner Forschungsarbeit praktisch zu erproben.

„Als Wirtschaftsförderung wollen wir Innovation in Mülheim voranbringen und Unternehmen mit den richtigen Partnern zusammenbringen. Das Beispiel NourTec zeigt, wie aus einer Vernetzung eine konkrete Anwendung entstehen kann“, sagt Alena Ostwald von der Wirtschaftsförderung Mülheim an der Ruhr.

Pflanzenanbau auf mehreren Ebenen

Das Mülheimer Unternehmen entwickelt Technologien für das sogenannte Vertical Farming. Dabei wachsen Pflanzen auf mehreren übereinanderliegenden Ebenen. So lässt sich begrenzte Fläche für den Anbau nutzen. Die Versorgung kann wie im Ronja ohne Erde über eine Nährstofflösung erfolgen.

Ein Schwerpunkt ist die Automatisierung: Sensoren sollen die Wachstumsbedingungen überwachen, Steuerungstechnik soll die Anbauprozesse regeln. Kameras und künstliche Intelligenz können helfen, Wachstum und Gesundheitszustand der Pflanzen zu beurteilen. Ziel sind Systeme aus einzelnen Bausteinen, die sich an unterschiedliche Standorte und Anforderungen anpassen lassen.

„Wir möchten zeigen, dass moderne Anbausysteme flexibel an unterschiedliche Orte und Anforderungen angepasst werden können. Der Standort im Restaurant Ronja ist dafür ein anschauliches Praxisbeispiel“, sagt Dr. Loui Al-Shrouf von der NourTec GmbH.

Forschung aus Mülheim

Im Forschungsprojekt „GreenFarmTEC“ entwickelt NourTec unter anderem mit der Technischen Hochschule Köln ein modulares System für den Obst- und Gemüseanbau auf mehreren Ebenen in Innenräumen. Im Projekt „CircularFarming.IN.NRW“ arbeitet das Unternehmen an digitalen Werkzeugen zur Planung, Simulation und Verbesserung solcher Anlagen. Beide Projekte werden vom Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und von der Europäischen Union mitfinanziert.

NourTec wurde im September 2022 gegründet und hat seinen Sitz in Mülheim an der Ruhr. Der Name verbindet „Nour“, das arabische Wort für Licht, mit „Tec“ für Technologie. Nour heißt auch die Tochter des Gründers und Geschäftsführers Dr. Loui Al-Shrouf – ein persönlicher Bezug, der zugleich zur Bedeutung von Licht für das Pflanzenwachstum passt.

Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter www.nourtec.de.