Aktuell häufen sich Meldungen, dass Waschbären an der Eisvogelbrücke im Naturschutzgebiet regelmäßig und intensiv gefüttert werden. Was auf den ersten Blick harmlos wirkt, kann aber erhebliche Folgen für Natur, Wildtiere und Menschen haben, heißt es von der Unteren Naturschutzbehörde. Waschbären gehören zu den invasiven Arten und können heimische Tierarten erheblich beeinträchtigen. So wurde beispielsweise die große Graureiher-Kolonie in der Saarner Ruhraue durch Waschbären fast zerstört. Heute brüten im Bereich des Mühlenbachs nur noch wenige Graureiher.
Durch zusätzliches Futter verlieren Waschbären ihre natürliche Scheu und suchen verstärkt die Nähe des Menschen. In Siedlungsbereichen plündern sie Mülltonnen, Komposthaufen und Futterstellen. An Gebäuden können sie Dämmmaterial beschädigen und erhebliche Verschmutzungen verursachen. Zudem können sie Krankheiten wie Staupe übertragen, die insbesondere für Haustiere gefährlich sein kann. Außerdem schadet Futter, das durch die Waschbären ins Wasser gelangt, der gesamten Gewässerökologie.
Wer Waschbären füttert – vor allem auch noch in sensiblen Bereichen wie an der Eisvogelbrücke – muss für die Zuwiderhandlung nach § 27 Landesjagdgesetz-Durchführungsverordnung (DVO LJG-NRW) mit bis zu 5.000 Euro Geldbuße für diese Ordnungswidrigkeit rechnen.
Die Untere Naturschutzbehörde sowie die Untere Jagdbehörde appellieren an die Mülheimer Bürgerinnen und Bürger, die Populationen der Waschbären durch Fütterung nicht künstlich in die Höhe zu treiben.
Helfen Sie, offene oder leicht zugängliche Futterquellen zu vermeiden. Dazu gehört: keine Speisereste auf offenen Kompost werfen, Haustiere und Gartentiere nachts nicht draußen füttern, Tierfutter und Müll unzugänglich aufbewahren, keine Essensreste in öffentliche Papierkörbe werfen.
Auch Gebäude sollten geschützt werden, damit Waschbären auf Futtersuche nicht eindringen können - etwa durch gesicherte Katzen- und Hundeklappen sowie glatte Manschetten an Fallrohren, die das Hochklettern der Tiere verhindern. Deswegen sollten auch Äste und Fassadenbegrünung mindestens einen Meter Abstand zum Dach haben.
Naturschutz bedeutet auch, Wildtiere nicht an menschliche Futterquellen zu gewöhnen, heißt es von der Unteren Naturschutzbehörde. Wer sich an das Fütterungsverbot hält, schützt damit die Waschbären selbst, andere heimische Arten und bewahrt uns Menschen vor unnötigen Konflikten mit den Tieren.