Die ganztägige Fachtagung "Wenn Opfer häuslicher Gewalt zu Täter*innen werden - Ursachen verstehen, Gewaltspiralen durchbrechen, Handlungssicherheit gewinnen" des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle und der Akademie Die Wolfsburg findet am Montag, 30. November 2026, von 10 bis 15.30 Uhr in der Akademie Die Wolfsburg, Falkenweg 6, 45478 Mülheim an der Ruhr, statt. Warum entwickeln manche Menschen, die selbst häusliche oder sexualisierte Gewalt erfahren haben, später gewalttätige Verhaltensweisen? Welche Rolle spielen Traumatisierungen, sozial erlernte Verhaltensmuster und das familiäre Umfeld? Und wie können Fachkräfte dazu beitragen, Gewaltspiralen frühzeitig zu unterbrechen? Der Fachtag nimmt diese Fragen aus wissenschaftlicher und praxisorientierter Perspektive in den Blick. Im Mittelpunkt stehen Erkenntnisse zu Gewaltbiografien, transgenerationalen Dynamiken und professionellen Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Menschen, die sowohl Opfer- als auch Tätererfahrungen haben. Fachvorträge und der interdisziplinäre Austausch eröffnen neue Perspektiven für Prävention, Beratung und Begleitung. Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus Bildung, Jugendhilfe, Beratung, Prävention sowie an weitere Interessierte, die mit den Folgen häuslicher oder sexualisierter Gewalt befasst sind.
Die Anmeldung ist nun hier möglich.
bis 09:45 Uhr Ankommen – Stehkaffee
10:00 Uhr Begrüßung – inhaltliche Einführung – Vorstellung des Runden Tisches
Dr. Jens Oboth, Die Wolfsburg; Sekine Günes, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mülheim an der Ruhr
10:30 Uhr Impulsvortrag mit Diskussion: Auswege von gewaltaktivem zu konstruktivem Verhalten in Beziehungen
Marion Steffens, GESINE Intervention
12:00 Uhr Mittagsimbiss
13:30 - 15:00 Uhr Workshop-Phase
Workshop I: TikToksische Männlichkeit – Warum sich junge Männer im Netz radikalisieren und was dagegen getan werden kann
Maike Stemmler, Detox Identity, Köln
Workshop II: „Das müssen wir jetzt aushalten.“ – Der Umgang mit den eigenen Gefühlen in der Arbeit mit jungen Täter*innen
Elena Waller und Thomas Böhm, Team Streetwork – mobile Jugendarbeit, Mülheim an der Ruhr
Workshop III: Zwischen Reiz und Reaktion – Die Rolle des Nervensystems bei Gewalt und Veränderung
Zelal Kisin, Psychologische Begleitung in Veränderungs-, Konflikt- und Entwicklungsprozessen, Traumabegleiterin, Mediatorin und Coach
Workshop IV: Schule als Chance verstehen: Wie können wir mit von häuslicher Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen umgehen?
Kirsten Heer, Schulsozialarbeiterin, Kinderschutzfachkraft, Fachkraft für Intervention und Prävention bei sexualisierter Gewalt an Schulen
15:00 - 15:30 Uhr Abschlussdiskussion; Ende der Fachtagung