Seit 1971 verbindet die Stadt Mülheim an der Ruhr und Lufthansa eine besondere Tradition: Ein Lufthansa-Flugzeug trägt offiziell den Namen der Stadt und macht ihn auf seinen Routen weltweit sichtbar. Damit wird Mülheim an der Ruhr über Jahrzehnte hinweg als „fliegender Botschafter“ in alle Welt getragen.
Aktuelles Patenflugzeug: Boeing 787-9 „Mülheim an der Ruhr“ (D-ABPP)
Die Stadt hat seit Ende 2025 ein neues Namensflugzeug, das bereits die vierte Maschine seit Beginn der Patenschaft ist, die den Namen „Mülheim an der Ruhr“ trägt.
Die Boeing 787-9 mit der Kennung D-ABPP wurde am 20. Dezember 2025 an Lufthansa ausgeliefert und erreichte einen Tag später Frankfurt.
Als modernes Langstreckenflugzeug verbindet die 787-9 Reisekomfort mit effizienter Technik. Das Modell bietet Platz für bis zu 296 Passagiere und erreicht eine Reichweite von rund 14.010 Kilometern.
Durch ihre Konstruktion und effizienten Triebwerke verbraucht die Boeing 787-9 circa 25 Prozent weniger Treibstoff als vergleichbare Flugzeugtypen. Treibstoffsparende Flugzeuge moderner Bauart zählen aktuell im Luftverkehr zu den wirkungsvollsten Stellschrauben, um das Fliegen nachhaltiger zu gestalten.
Die neue „Mülheim an der Ruhr“ ist außerdem mit dem Lufthansa-Bordprodukt „Allegris“ ausgestattet. Dahinter steckt ein modernes Kabinenkonzept mit neuen Sitzlösungen und aktueller Technik über alle Reiseklassen hinweg.
Damit steht das Patenflugzeug nicht nur für den Stadtnamen, sondern auch für Fortschritt, moderne Technologie und Effizienz.
Erste Einsätze im Linienbetrieb
Die ersten vier kommerziellen Flüge führten die „Mülheim an der Ruhr“ am 9. Januar 2026 auf die Strecke Frankfurt–München–Frankfurt.
Am Abend desselben Tages ging es erstmals auf Langstrecke nach Rio de Janeiro. Am 11. Januar 2026 folgte ein weiterer Langstreckenflug nach Mumbai.
Historie der Namensflugzeuge „Mülheim an der Ruhr“
1) Boeing 737-100 (D-ABEL)
- Auslieferung an Lufthansa: 6. April 1968
- Zunächst im Einsatz bei Condor (damals Lufthansa-Tochter), Rückkehr zu Lufthansa: März 1971
- Taufe in Düsseldorf auf „Mülheim an der Ruhr“: 10. November 1971
- Verkauf des Flugzeugs: Oktober 1981
2) Boeing 737-200 (D-ABFU)
- Auslieferung an Lufthansa: 9. April 1981
- Verkauf: November 1997
3) Boeing 747-400 (D-ABVO)
- Auslieferung: 17. Mai 1996
- Stilllegung: Dezember 2020 in Mojave (USA)
Allgemeine Informationen zu Lufthansa-Flugzeugpatenschaften (FAQ)
Wie hat die Tradition der Flugzeugtaufen bei Lufthansa begonnen?
Die Tradition der Flugzeugnamen startete bei Lufthansa bereits 1960: Damals wurde erstmals ein Flugzeug offiziell getauft — eine Boeing 707 (D-ABOC) erhielt am 16. September 1960 den Namen „Berlin“.
Warum vergibt Lufthansa Städtenamen an Flugzeuge?
Die Namensgebung soll die Verbundenheit zu Deutschland und seinen Regionen zeigen; nicht nur an großen Drehkreuzen, sondern auch in den Städten und Gegenden, aus denen viele Passagiere und Mitarbeitende stammen. Inzwischen ist der Kreis der Patenorte stark gewachsen: Es gibt mehr als 300 Patenschaften. Viele Flugzeuge tragen Namen deutscher Großstädte, Bundesländer und Landeshauptstädte und machen diese weltweit sichtbar.
Nach welchen Kriterien wählt Lufthansa die Patenschaftsnamen aus?
Bei der Auswahl spielen u. a. folgende Punkte eine Rolle:
- historische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung eines Ortes
- besondere Verbindung zur Luftfahrt oder zu Lufthansa
- häufig: ein Verhältnis zwischen Einwohnerzahl und Flugzeuggröße (Muster)
Städte können sich außerdem für eine Patenschaft vormerken lassen und so auf eine Warteliste kommen. Die Patenschaft ist kostenlos.
Kann eine Stadt sich für eine Flugzeugpatenschaft bewerben?
Ja, Städte haben die Möglichkeit, sich für eine Patenschaft vormerken zu lassen. In diesem Fall wird die Stadt auf eine Warteliste gesetzt. Die Patenschaft selbst ist für Städte und Bundesländer kostenfrei.
Was passiert mit dem Stadtnamen, wenn ein Flugzeug ausgemustert wird?
Sobald eine getaufte Maschine die Lufthansa-Flotte verlässt, wird der Name auf ein neues Flugzeug übertragen. So bleibt die Patenschaft langfristig bestehen. Der Name ist außen am Flugzeug deutlich sichtbar angebracht: rechts neben der vorderen Eingangstür.